Review

Xbox 360-Review

The Club

veröffentlicht am Montag, den 21. September 2009 von Joël Hartmann
Entwickler
Bizarre Creations
Genre
3rd-Person-Shooter
Erscheinungsdatum
08. Februar 2008

"Fight!“ ruft eine Stimme. Ich stürme los. Der erste Gegner - schnell das MG hochgerissen und eine Salve Kugeln in den Unbekannten geschickt. Er fällt um, tot. ’Gut’ denke ich, sprinte weiter. Doch was ist das? Das Kombometer blutet! Da, die Rettung! Ein mit einem neongrünenen Schädel bemaltes Schild leuchtet mir von der Wand entgegen. Ein gezielter Schuss und es springt entzwei, meine Kombo überlebt. Doch keine Zeit zum Ausruhen, hinter der Ecke wartet der nächste Gegner. Ich vollführe eine Hechtrolle, drehe mich um und schicke weitere Kugeln auf die Reise. „Headshot“ tönt es aus dem Off, sadistische Freude beflügelt meinen Abzugfinger…
Willkommen bei den Gladiatorenkämpfen des 21. Jahrhunderts, Willkommen in The Club.

Mein Freund, der Kopfschuss
Wer eben geschilderte Situation aus Bizzarre Creations’ neuestem Werk für makaber und moralisch verwerflich hält, hört am besten gleich auf zu lesen. Wer jedoch wissen will, wie das originelle Spielprinzip von The Club in der Praxis funktioniert, schaltet besser nicht um.
Als die Entwickler der renommierten Projekt Gotham Racing-Reihe – und des ehrwürdigen Dreamcast-Hits Metropolis Street Racer – bekannt gaben, einen Third-Person Shooter zu entwickeln, konnte sich niemand so recht vorstellen, was die Briten schlussendlich in die Händlerregale stellen würden. Hat man das Resultat vor Augen, wirkt es allerdings nahe liegend, denn The Club kombiniert die PGR’schen Rennen mit den adrenalingeschwängerten Schusswechseln aus Geomtry Wars.

Eine unbekannte Organisation, welche sich aus Anonymitätsgründen schlicht „The Club“ nennt, schickt in einem blutrünstigen Spektakel, welches den Gladiatorenkämpfen des römischen Reiches ähnelt, acht Haudegen in unterschiedliche Gebiete wie Venedig, ein Gefängnis oder eine zertrümmerte Stadt. Dort kämpfen sie ums Überleben und der Spieler um die höchste Punktzahl. Denn anders als in auf den ersten Blick ähnlichen Spielen steht bei The Club nicht etwa das Überleben im Vordergrund. Der wahre Feind sind die Highscores.

In den meist wenig originellen Gebieten hat man also keine Wahl; auf dem vorgegebenen Weg kämpft man sich bis zum rettenden Ausgang, zwischen Start und Ziel tummeln sich unzählige Gegner. Je nachdem, wie diese ausgeschaltet werden, fließen mehr oder weniger viele Punkte auf euer Konto. Gezielte Kopfschüsse sind effizienter als 20 Kugeln in den Bauch. Doch auch abseits der Schädelsprengung existieren Bonusaktionen; wer einen Gegner nach einer Hechtrolle erledigt, vollführt die „Death Roll“, wer sich per Y-Button um 180° dreht und einen Feind tötet, hat einen „Snap Shot“ bewerkstelligt. Profis kombinieren diese Aktionen und treiben ihre Scores auf die Spitze.
Nach jedem Kill füllt sich eine Komboanzeige, die, sofern längere Zeit kein Gegner eurer Tötungsorgie zum Opfer fällt, rapide abnimmt. Ist dies der Fall, sollte man nach den anfangs erwähnten Schildern Ausschau halten. Die sogenannten „Skullshots“ stoppen für kurze Zeit die abklingende Komboleiste und verschaffen euch eine mehrsekündige Verschnaufpause, die meist gerade noch so reicht, um zum nächsten Gegner zu sprinten.

Die Aufgabenstellung variiert jedoch ständig – zumindest im Tournament Modus, in welchem man mit einem Testosteronkrieger seiner Wahl nach und nach alle acht Gebiete besichtigt. Neben Sprint und einem Rennen mit mehreren Runden existieren noch Siege und Survival, welche die Bewegungsmöglichkeiten des Spielers auf ein stark begrenztes Feld beschränken. Dann heißt es in diesem markierten Bereich zu überleben und währenddessen so viele anstürmende Gegner wie möglich über den Jordan zu schicken. Dass dabei die eigentliche Spielgrundformel dezent massakriert wird, wurde den Entwicklern scheinbar nicht bewusst – „Siege“ macht leider nicht ansatzweise soviel Spaß wie die restlichen Spielmodi.

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