Review

Mega Drive-Review

OutRun

veröffentlicht am Sonntag, den 20. September 2009 von Thomas Frank
Entwickler
AM2
Genre
Arcade-Racing
Erscheinungsdatum
1991

OutRun schrieb Geschichte – sowohl für SEGA als auch für die gesamte Videospielindustrie. Auf sage und schreibe 13 verschiedenen Plattformen durfte im ersten Teil der Serie, die auch für aktuelle Konsolen Ableger hat, mit dem feuerroten Ferrari Testarossa mit Blondine auf dem Beifahrersitz über weite Highways gebrettert werden. Das Rezept für den Erfolg war die damals revolutionäre BiLineare Parallax Scrolling Technik im originalen Arcade-Outrun. Die MegaDrive Version fängt das Feeling des 1986 erschienenen Spielhallenklassikers fast perfekt ein und stellt eine der besten Konsolenumsetzungen dar.

An Umfang hat AM2s Racer auf den ersten Blick nicht viel zu bieten. Lediglich ein Modus steht dem Spieler zur Auswahl, die aus z.B. der GameGear Version bekannten Modi „Versus Computer“ und „Versus Human“ sind nicht vorhanden. Der gespannte Rennspielfan wagt natürlich auch keinen Blick in’s Optionsmenü und drückt sofort den Start-Button, worauf er zur Wahl des Soundtracks gelangt, der ihm den weiteren Spielverlauf hinweg unterhalten wird. Hier hat sich dem Trio ein vierter Titel mit dem Namen „Step On Beat“ dazugesellt.

Und schon geht’s los: Ihr steht mit eurer italienischen Nobelkarosse am Start, die Ampel schnellt auf grün und die Schwarz-Weiß karierte Flagge wird geschwenkt – ihr steigt in’s Pedal, eure Reifen quietschen und rauchen! Eine rasante Fahrt, bei der ihr viel Geschick und Konzentration beweisen müsst, liegt vor euch!

Euer Ziel ist es, mal ganz simpel ausgedrückt, vom Startpunkt „Kokosnuss-Strand-Boulevard“ aus, 5 Stages zu durchfahren um am Ende als König der Autobahnen dazustehen. Eure Route ist frei wählbar, nach jeder Stage habt ihr die Möglichkeit eine Abzweigung nach links oder rechts zu nehmen. Da das natürlich viel zu langweilig und einfach wäre, sitzt euch die tickende Uhr im Nacken. Erreicht ihr in der vorgegebenen Zeit keinen Checkpoint, heißt das „Game Over“. Zusätzliche Barrieren stellen Zivilverkehr und Straßenabgrenzungen dar. Vergnügt ihr euch mit ihnen, überschlägt sich euer teures Vehikel und ihr landet unsanft auf eurem Allerwertesten, was euch kostbare Zeit kostet.

Um solche Unfälle nach Möglichkeit zu vermeiden, wurde dem Spiel eine sehr präzise Steuerung verliehen. Perfektioniert wird sie durch Verwendung des Arcade-Sticks, der auch zum Spielhallen-Feeling viel beiträgt. Gänge schalten müsst ihr übrigens selbst, hier kommt es in höheren Schwierigkeitsgraden auf’s richtige Timing an – zu früh oder zu spät geschalten lässt euch schnell ein paar Millisekunden verlieren.

Anfangs erwähnt wurde der auf den ersten Blick magere Umfang. Gehen wir der Sache mal genauer nach und spulen etwas zurück... begibt sich unser Spieler nämlich, anstatt direkt loszulegen, erst einmal in die Options so erkennt er schnell, dass es hier ganze 6 Schwierigkeitsstufen anzuwählen gibt. Sie bestimmen, wie viel Verkehr euch bei eurer Fahrt über die Highways hindert und wie knapp das Zeitlimit bemessen ist. Zusammen mit den vielen verschiedenen Routen zu den fünf Zielen ist man doch einige Zeit mit dem Titel beschäftigt. Teilweise wird’s frustig, doch wenn ihr noch mal neu anfangt und elegant durch die Kurven schwingt ist das gegessen und motiviert sogleich.

Die gesamte Präsentation von OutRun ist eine Wucht! Die Themenbereiche der einzelnen Stages werden euch glaubhaft präsentiert, Hintergründe und Hindernisse am Straßenrand harmonieren perfekt miteinander und befinden sich auf hohem MegaDrive Niveau. Manch eingefleischter Playstation 2 Spieler mag denken, das Wehen der Haare unserer Beifahrerin im Wind sei ein Kantenflimmern. Dem ist aber nicht so – das ist Detailverliebtheit pur! Genauso wie das Schütteln der Köpfe der Protagonisten nach einem Unfall. Gelegentlich kann es durch die enorme Geschwindigkeit zu kleinen Framerateeinbrüchen kommen, darüber sieht man aber gerne hinweg.

Über den Sound gibt’s auch nichts Negatives zu berichten, im Gegenteil! Die Musikstücke waren damals bereits Ohrwürmer und sind es heute noch, außerdem untermalen sie die lässige Atmosphäre perfekt. Für mich einer der besten Game-Soundtracks überhaupt! Die Voicesamples sind allesamt glasklar und bei den Effekten gibt es mit Ausnahme des Reifenquietschens auch nichts zu meckern, aber eben der eine geht auf den Geist ;)

Fazit von Thomas Frank
9
OutRun gehört in jede MegaDrive Sammlung – ohne Ausnahme!! Gute Racer sind auf dem MD sowieso schwer zu finden, also greift zu, wenn ihr die Möglichkeit habt. Bei mir landet das Modul regelmäßig im Schacht, schade nur, dass es keine Möglichkeit gibt, die Highscores dauerhaft zu speichern. Wer SEGAs 16-Bit Konsole nicht sein Eigen nennen darf, kann mittels Xbox und Outrun 2 übrigens auch den Spielhalleklassiker genießen!
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