Review

Dreamcast-Review

NBA 2k2

veröffentlicht am Sonntag, den 20. September 2009 von Dfens
Entwickler
Visual Concepts
Genre
Sport
Erscheinungsdatum
08. März 2002

Grafik:
An der Grafik-Engine haben die Entwickler im Gegensatz zum Vorgänger nicht allzu viel verändert. Bis auf verbesserte Spieler-Modelle kommt einem eigentlich alles sehr bekannt vor. Das ist aber keinesfalls schlimm, da Sega’s NBA-Adaption schon 2000 mit überragender Grafik beeindruckte und dies auch noch heute schafft. In den Hallen wimmelt es nur so von Details. An wirklich alles hat man gedacht: agile Schiedsrichter, jubelnde Mitspieler auf der Bank und einen gestressten Trainer.

Auch das Bitmap-Publikum wirkt dank der vielen Bewegungen wieder sehr lebendig und spornt den Werfer bei Freiwürfen nun auch noch mit Gummistangen an. Das beste bekommt man aber natürlich auf dem Feld zu sehen. Die Animationen der Feldspieler sind einfach superbe. Durch Jubel- und Aufreg-Aktionen wirken die Akteure zudem noch menschlicher. Trotz dieser Grafik-Pracht geht die Framerate so gut wie nie in die Knie, wodurch die Partien einer realen Fernsehübertragung in nicht viel nachstehen.

Sound:
Um für die richtige NBA-Atmosphäre zu sorgen werden mal wieder realistische Soundeffekte geboten. Spieler und Trainer geben sich Zurufe, Schuhe quietschen authentisch auf dem Hallenboden, ab und zu werden kurze Musikstücke eingespielt und die Zuschauer sorgen durch tosenden Beifall oder fieses Ausbuhen für ordentlich Stimmung.

Mir ist nur aufgefallen, dass die Spieler bei Dunks nicht mehr so schön Stöhnen. OK, in der Realität tun sie das wohl auch nicht so oft. Zu guterletzt versorgt einen dann noch das wortschatzgewaltige Kommentatorenduo Bob Steel und Rod West mit sehr treffenden Kommentaren zu jeder Situation. Schade nur, dass sie die Spitznamen der Spieler verlernt haben.

Handling:
Am herausragenden Handling hat sich zum Glück fast nichts getan. Neueinsteiger brauchen vielleicht ein bisschen, um alle Finessen des Gameplays dem Pad zu entlocken, alte Hasen fühlen sich jedoch sofort wohl. Mit dem erstklassigen Icon-Pass-System sind mal wieder sehr sehenswerte Spielzüge möglich, doch auch durch kleine Trickser kann man die gegnerische Abwehr aushebeln. Überhaupt steht diese besser als je zuvor hinten drin und verteidigt wirklich sehr verbissen, so dass man stets die richtige Taktiken auswählen sollte.

Und selbst wenn man mal ein paar Punkte vorne liegt, sollte man sich nie in Sicherheit wahren, denn der CPU-Kontrahent legt sich dann erst richtig ins Zeug und stellt (selbst für Kenner) bereits auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad einen nicht zu unterschätzenden Gegner dar. Doch nicht nur die KI, sondern auch der gesamte Spielverlauf ist noch realistischer geworden. Schnelle Konter oder einfaches Passen unter den Korb sind jetzt nur noch sehr selten möglich und auch Alley-Oops sind nicht mehr durch einen Tastendurck ausführbar. Anfangs mag man vielleicht die flotteren Spiele von NBA 2K vermissen. Legt man diesen Titel aber mal wieder in die Konsole fällt einem doch der spielerische Vorsprung des Nachfolgers auf.

Modi / Motivation:
Alle Menüpunkte und Einstellung des Vorgängers sind auch hier enthalten. Statt einen eigenen Play-Off-Modus kann man jetzt ein kleines Turnier bestreiten. (Play-Offs sind jetzt nur noch der Saison angegliedert.) Erfreulicherweise gibt es auch zwei neue Modi: Unter Street kann man ein Streetball-Match mit maximal 3 gegen 3 Spieler bestreiten. Dabei sind die NBA-Regeln ein bisschen eingeschränkt und die Basketballprofis haben ein paar coole Dunkanimationen mehr drauf.

Es gibt sogar jetzt auch einen kleinen Manager-Modus, der in seiner Aufmachung aber so schlicht ausgefallen ist, dass man sich schnell von ihm abwendet. Einen ausgeklügelten Karriere-Modus wie bei Virtua Tennis 2 gibt’s leider immer noch nicht. (Schade das man den Online-Modus aus der US-Version gestrichen hat.) Das ist aber halb so wild, denn eigentlich können schon Freundschaftsspiele dank der (durch den höheren Realismus) gesteigerten Spannung fesseln. Vor allem Multiplayer-Partien sind noch wenig spaßiger als früher. 

Fazit von Dfens
9
Mit NBA 2K2 hat Visual Concepts mal wieder ein herausragendes Basketballspiel und einen würdigen Nachfolger zu NBA 2K geschaffen. Selbst wenn man den Vorgänger intensiv gespielt hat, wird einem hier durch den realistischeren Spielverlauf eine neue Herausforderung geboten. Die weiteren Neuerungen sind zwar nicht ganz so innovativ aber trotzdem eine nette Dreingabe. Technik und Gameplay sind sowieso wieder aller erste Sahne und garantieren spannende Partien mit perfekter NBA-Atmosphäre, so dass man die GD immer wieder in die Dreamcast legt, wenn auch nicht unbedingt lange am Stück. Denn bei keinem anderen Sportspiel (Sportart) hat man seine Züge wohl so perfekt unter Kontrolle wie hier. Wenn man in den letzten Sekunden das Match dann noch durch einen Korb entscheidet, ist das einfach ein irres Feeling. Wer sich also schon an NBA 2K erfreute, kann auch hier bedenkenlos zugreifen!
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