Review

Wii U-Review

Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016

veröffentlicht am Mittwoch, den 27. Juli 2016 von Khady Chahrour
Entwickler
SEGA
Genre
Sport
Erscheinungsdatum
24. Juni 2016

Alle Jahre wieder liefern sich Mario und Sonic zusammen mit ihren Freunden erbitterte Kämpfe in olympischen Disziplinen auf der Jagd nach Gold. So lautet das Erfolgskonzept der Mario und Sonic-Spielreihe, welches 2009 auf der Wii sein Debüt feierte. Peking, Vancouver, London, Sotschi und jetzt Rio als bekannte Austragungsorte in denen nur eines gilt: „Schneller, Weiter, Höher“.

Auch dieses Mal wird der neuste Ableger der Reihe, Mario & Sonic bei den olympischen Spielen Rio 2016 getestet. Heißt es dieses Mal für Mario und Sonic 1. Platz Goldmedaille? Oder brauchen sie ihre Reise nach Rio gar nicht erst antreten? 

Die Erste große Neuerung die sofort in Mario & Sonic Rio 2016 auffällt, ist die frei begehbare Oberwelt, der Copacabana Strand. Dieser stellt zugleich das Menü dar und kann mit dem Mii erkundet werden. Gleich zu Beginn des Spiels werden die Spieler_innen von Mario und Sonic höchstpersönlich in Empfang genommen, welche einen baldigen Start der Olympischen Spiele verkünden. Ab hier ist es möglich die Oberwelt zu erkunden oder sich gleich ins Geschehen zu stürzen. Zunächst sind nur die Optionen „Einzelspieler“, „Multiplayer“ und „Mein Zimmer“ verfügbar, weitere Modi können im weiteren Verlauf des Spieles freigeschaltet werden. 

Ganz klassisch und vertraut sind der „Einzelspieler“ und der „Multiplayer“ gehalten. In 14 unterschiedlichen Disziplinen gilt es den ersten Platz zu belegen. In drei von den 14 Disziplinen, nämlich Fußball, 7er-Rugby und Beachvolleyball ist auch ein Duell-Modus verfügbar. Dieser unterscheidet sich nicht erheblich von dem eigentlichen Spielgeschehen, sondern ist einfach mit Items ausgestattet und actionreicheren Features (zum Beispiel stärkere Schüsse beim Fußball). 

Auch die zu erreichenden Punkte sind viel höher, als bei den normalen Disziplinen. Insbesondere im Multiplayer stellen sich die Disziplinen im Duell als sehr abwechslungsreich und nervenaufreibend heraus. Bedauerlicherweise finden sich bei der schon mageren Anzahl an Disziplinen auch nur zwei bis drei wirklich „Neue“. Ein weiterer Kritikpunkt sind die fehlenden Traumdisziplinen, welche in der Mario & Sonic-Reihe einen festen, besonderen Bestandteil haben. Ebenfalls wichtiger Bestandteil der Serie war die altbekannte „Schüttelsteuerung“, welche in diesem Ableger der Reihe so gesehen abgeschafft wurde. Die Steuerung erfolgt klassisch über dem Gamepad mittels Knöpfchen drücken. Schade darum, da es das Spiel dynamischer, bewegungsreicher und mit Freunden auch spaßiger machte. 

Wie gehabt treten auch in Mario & Sonic alle bisher bekannten Charaktere auf. Einzige Ausnahmen sind hierbei die Gastcharaktere. Diese können nur in bestimmten Disziplinen ausgewählt werden. Auch an dieser Stelle wird das verschenkte Potenzial des Spiels deutlich. Neu hierbei ist das System der Attribute und Fähigkeiten. Anders als in den vorherigen Ableger der Reihe sind die spielbaren Charaktere sind nicht in den Gruppen Kraft, Geschwindigkeit, Alleskönner und Fertigkeit unterteilt. An Stelle dessen haben die Charaktere verschiedene drei Attribute – anhängig von der Disziplin. 

Wären die neuen Charaktere dauerhaft auch in anderen Disziplinen spielbar gewesen, hätte dies dem Spiel mehr frischen Wind verliehen. 

Die neuen Spielmodi , welche Mario & Sonic Rio 2016 zu bieten hat sind das „Turnier“ und das „Heldenduell“. Im „Turnier“ können die eigenen Miis gegen Miis aus aller Welt in den olympischen Disziplinen antreten. Dies ist auch im zwei Spieler Coop möglich. Hierbei handelt es um keine online Funktion. Direkte Online Duelle gegen andere reale Spieler_innen bleiben auch diesem Teil dennoch aus. In diesem Modus ist es unter anderem möglich, die sogenannten „Gastcharaktere“ freizuschalten. Hierfür müssen die jeweiligen Charaktere in ihren Paradedisziplinen geschlagen werden. 

Im Test stellte sich heraus, dass hier eine überwiegende Motivation zum Weiterspielen gegeben war, da mit dem Gewinnen von Goldmedaillen weitere Features freigeschaltet werden. Selbstverständlich spielt der geschürte Ehrgeiz, gegen andere reale Personen zu gewinne auch eine Rolle. Etwas abwechslungsreicher hingegen ist hier der „Heldenduell“ Modus, welcher zu zweit gegeneinander spielbar ist. Das Spielprinzip ist, wie der Rest des Spiels, relativ simpel gehalten. Hier treten Team Mario und Team Sonic gegeneinander an. Die Spieler_innen entscheiden sich für eine Seite und kämpfen mit den Charakteren aus den Teams in den olympischen Disziplinen um den Sieg. Hierzu sind die Charaktere in farbigen Gruppen unterteilt, was zu verschiedenen Bedingen innerhalb des Spiels führt. Ziel des Spiels ist es die Charaktere des gegnerischen Teams zu eliminieren, damit der Anführer herausgefordert und besiegt werden kann. Wenn ein Spieler nur noch vier Charaktere übrig hat, wird mittels eines Losverfahrens ein Bonus für den im Rückstandlegenden ermittelt. Und genau da liegt das Problem. Zwar ist dies ein abwechslungsreicher Modus, welcher nochmal zusätzlich anspornt zu gewinnen, doch der zusätzliche Bonus gestaltet dies unfair. Denn letzten Endes gewinnt nicht der Bessere, sondern scheinbar der mit mehr Glück. 

Die einzige Online-Funktion welche das Spiel zu bieten hat, ist da Hochladen von Rekorden in „Mein Zimmer“. Darüber können Spieler_innen ihre eigene Leistung mit anderen Spieler_innen vergleichen – ein Funktion welche auch in den Vorgängerversionen vorhanden war. Dabei fällt auf, dass das Hochladen weniger Zeit in Anspruch nimmt, als in den vorherigen Teilen.

Fazit von Khady Chahrour
6

Auch in diesem Ableger der Mario und Sonic Reihe ist keine Besserung in Sicht. Die Disziplinen fühlen sich aufgrund der Steuerung langweilig und gleich an, selbst die Duelle könne da nichts reißen. Verschenktes Potenzial wird auch bei den Charakteren sichtbar. Als 5. Ableger der Reihe wären neue spielbare Charaktere dringend nötig gewesen und das nicht nur als Gast. Auch der erneut fehlende Onlinemodus, trotz Nachfrage der Fans, macht deutlich dass sich die Macher in der Hinsicht nicht heran getraut haben etwas „Neues“ darzubieten. Von den beiden neuen Spielmodi erweist sich nur der Turnier Modus als spaßig und motivierend. Der Heldenduell Modus ist aufgrund seiner glücksabhängigen Unfairness demotivierend und wird so schnell nicht wider angerührt. Wirklich Positiv fallen bei Mario und Sonic Rio 2016 der einheizende und stimmungsvolle Soundtrack und die bunte Grafik auf. Alle WiiU Besitzer die noch keinen Mario & Sonic Titel besitzen, können bei diesem Spiel nicht mehr falsch machen, als bei dem Vorgänger Sotschi 2014. Daher hier eine Kaufempfehlung. Für all diejenigen, die alle Teile mitverfolgen ist dies einfach nur ein weiterer Mario und Sonic Titel.

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