Review

Xbox 360-Review

Iron Man

veröffentlicht am Montag, den 21. September 2009 von Joël Hartmann

Nach jeder bestandenen Mission wird Geld auf euer virtuelles Konto gutgeschrieben, die Höhe des Betrags hängt davon ab, ob man sekundäre Ziele (bspw. Zeitlimits oder Zivilisten verschonen) eingehalten hat oder nicht. Damit lassen sich Upgrades für eure Rüstung kaufen wodurch sich bestimmte Teile des Anzugs nach und nach verstärken lassen. Pro Upgrade existieren unterschiedliche, installierbare System. Wer schneller unterwegs sein will, muss auf Mobilität verzichten, wer härter angreifen will opfert Genauigkeit usw.
Dieses im Grunde interessante Feature wird durch das eigentliche Gameplay jedoch völlig zunichte gemacht. Zielsuchende Missiles sind weitaus mächtiger als ihre durchschlagskräftigeren, aber blinden Kollegen, eine hohe Fluggeschwindigkeit nützt im Gefecht nichts und zieht somit vor Mobilität den Kürzeren.
Gleiches gilt für das „Umleiten“, welches es ermöglicht, bestimmte Funktionen eures Anzugs mit mehr Energie zu versorgen. Pumpt man den Storm in die Fäuste, ist Iron Man im Nahkampf stärker, konzentriert man die Energie auf die Lebenserhaltungssysteme, heilt sich der eiserne Krieger langsam von selbst. Da unter feindlichem Kugelhagel jedoch bloß die eigene Heilung wirklich nützlich ist, bleibt die Umleit-Funktion nicht mehr als ein nettes, aber überflüssiges Gimmick.

Hat man die etwas über 5 Stunden andauernde Kampagne beendet, stehen einem noch fünf Bonusaufträge zur Verfügung. Diese sogenannten „Ein-Mann Armee“-Missionen schicken euch in aus dem Storymodus bekannte Gebiete und erfordern das Vernichten von 80 Gegnern innerhalb 10 Minuten. Nach jeder bestandenen Missionen schaltet man einen aus dem Comic bekannten, alternativen Anzug für Iron Man frei, wie beispielsweise das klassische Design aus den 60er Jahren oder den wuchtigen Hulkbuster. Zwei davon findet man nur auf der „Next-Gen“; die Silver Centurion-Rüstung ist auf der XBox360 zu Hause während der Ultimate-Suit PS3 exklusiv bleibt. Insgesamt gibt es in den Next-Gen Versionen bis zu 7 Anzüge freizuschalten.

Schwache Technik für das Technikwunder
So beeindruckend der Mann mit der eisernen Maske auf der Leinwand aussieht, so enttäuschend wirkt er auf dem heimischen Fernseher. Iron Man scheint auf der XBox360 und der Playstation 3 eine skalierte, technisch dezent verbesserte PS2-Fassung zu sein. Die zugegebenermaßen großen Gebiete wirken auf den ersten Blick bombastisch, sind im Detail aber alles andere als überwältigend. Texturen schwanken zwischen unscharf und scheinbar nicht vorhanden, gegnerische Einheiten wirken geradezu billig und sowohl Explosionen wie auch Lasersalven erinnern eher an die letzte Konsolengeneration.
Unverständlich auch, dass es bei viel Action sehr häufig zu Rucklern kommt und man ab und an sogar Tearing bemerkt.
Tiefpunkt des visuell erfassbaren sind die vorgerenderten Zwischensequenzen, welche sehr niedrig aufgelöst sind und äußerst langweilig inszeniert wurden.

Ähnlich enttäuschend verhält es sich beim Sound. Das immer gleiche Musikstück verfolgt einem vom Prolog bis zum Abspann, die Soundeffekte passen sich den visuellen Effekten an und untermalen die unspektakulären Explosionen mit dumpfen und laschen Soundfiles.
Geradezu grauenvoll ist die deutsche Vertonung, welche amateurhafter nicht sein könnte. Wer des Englischen mächtig ist, kann hier jedoch Abhilfe schaffen, die Konsole entsprechend umstellen und mit der Stimme von Robert Downey Jr. das Highlight des Spieles entfesseln.

Fazit von Joël Hartmann
5
Nachdem ich den Film gesehen hatte, war ich hinsichtlich der Versoftung zwiegespalten. Die wenigen Actionsequenzen machen eine 1:1 Umsetzung unmöglich, schaffen dafür aber ausreichend kreativen Freiraum für die Entwickler. Dieses Privileg hat man bei Secret Level allerdings mit den Füßen getreten, denn Iron Man ist uninspiriert, monoton, teilweise frustrierend und technisch sehr enttäuschend. Einige Grundideen wie das Ausbauen des Anzugs und die nach einiger Eingewöhnungszeit tadellos funktionierende Steuerung sind ganz nett, Gameplay und Missionsdesign reihen das Spiel jedoch in die Kategorie der enttäuschenden Filmumsetzungen ein. Beinharte Fans können einen Blick riskieren, warten aber auf eine Preissenkung.
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